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*Das Malen und Schreiben eigener Inspirationen sind meine Musen.

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Schenken macht Freude

 

 

 

Falls es euch unangenehm ist, heute auf das Thema Weihnachtsgeschenke gestoßen zu werden, lest einfach nicht weiter. Ich halte das aus. Es ist völlig normal für mich, dass ich mit dem Thema entweder zu früh oder zu spät bin.

Gestern sah ich sie schon - eigentlich unglaublich und doch Realität - die ersten hässlich blinkenden Weihnachtslichter in Fenstern, an Hausfassaden und in Vorgärten.Wir haben ja auch schon den 11. November...man kann nicht früh genug damit anfangen.

Aber ich will nicht abschweifen. Als ich im Juli 2008 schon fast alle Weihnachstgeschenke hatte und das einigen Kollegen/innen erzählte, sagten sie "Hast du sie noch alle?" Eine Antwort bekamen sie nicht von mir.

Im letzten Jahr habe ich dann alles komplett anders gemacht. Ich hielt mich extrem lange zurück. Man schrieb schon den 2o. Dezember und ich hatte noch kein einziges Geschenk. Wie ich das überhaupt aufgrund meines Kontrollzwangs bis dahin schadlos überstanden hatte, weiß ich auch nicht mehr. Am 20. Dezember noch kein Geschenk zu haben, bedeutete den totalen Kontrollverlust.

Vor allem, weil die Versuchungen am Wege lauerten und ich beispielsweise an einem schwülwarmen Tag Ende Mai einen angenehm heruntergesetzten Schmuckkarton entdeckte: Fläschchen Tosca, Stück Tosca-Seife, ausgeschlagen mit fast echter azurblauer Seide. Ich dachte, die gäbe es gar nicht mehr und fand, es sei für 9,90 € ein wunderbaren Tauschobjekt für die abgelaufenen Pralinenkästen, die meine einzige noch lebende Tante seit Jahren nicht müde wird, mir zu Weihnachten zu schicken. Aber ich wollte es ja anders machen. Verdrossen ging ich weiter; mein auferlegtes Verbot hing über mir wie ein Schwert am seidenen Faden - oder wie eine Badezimmerseife an der Kordel.

Es folgten weitere Versuche, aber ich blieb stark. Stark, als ich einen hübschen Ring im Schaufenster eines alt eingesessenen Pfandhauses Mitte August sah. Stark, als meine Tochter im September bei einem Bummel in einem kleinen Städtchen eine Handtaschenfarbe lobte.

Als ich am 21. Dezember auszog das Schenken zu lernen (der 20. war ein Sonntag und es war ein schlimmer Sonntag, denn offiziell unterhielt ich mich mit meinen Kaffeegästen, aber inoffiziell dachte ich nur, wie schaff`ich das bis Heiligabend mit der Handtasche, dem Ring und den 15 anderen Teilen...) blickte ich in den schrecklichen Abgrund hektischen Konsums.

Ein gut aussehende Frau sagte zu einem Buchhändler: "Ich stelle mich schon mal in die Schlange vorm Packtisch. Bitte holen Sie irgendwas von der Bestsellerliste für einen Mann. Bitte, irgendwas." Den Blick des Buchhändlers vergesse ich nicht. Er war ja auch ein Mann und dachte sicher: gut, nicht ihrer zu sein.

Wäre die Frau nicht gutaussehend gewesen, ich hätte sie für mein Spiegelbild gehalten. Gemeinsam mit hunderten solcher Lemminge mit frisch abgehobenem Geld und einem Zettel stichwörtlicher Hilflosigkeit (Uhr, Tasche, Buch, was Persönliches) stürtze ich mich soeben eine Klippe hinunter. Beim Hinabstürzen hielten wir uns an allem fest, was bunt und verpackt Halt versprach: echte Mozartkugeln, Parfüms, die nach Schlagersängern benannt waren, Kaffeeroboter mit Kegelmahlwerk. Je tiefer wir sausten, desto teurer wurde es...

Der Aufprall kam dennoch. Der Pfandleiher erinnerte sich gut an den Ring. Er hatte ihn Ende August verkauft und sagte, während er mir einen Dominostein anbot: "So was kriegen wir nie wieder." Wenigstens ergatterte ich eine sehr teure Handtasche. Bei der Bescherung hörte ich meine Tochter raunen: "Ich hatte doch blau gesagt!"

Daraus habe ich gelernt. In diesem Jahr habe ich schon wieder alles. Schon lange, ihr etwa nicht? Ich hätte da eine wunderbare braune Damenhandtasche, die ich euch vielleicht sogar etwas günstiger lassen könnte...

Indigonia

 

 

11.11.10 10:37
 


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